keller bauen

Für viele Bauherren ist ein zunächst Keller ein Muss. Das kann sich schnell ändern, sobald ihnen klar wird, wie viel sie dieses Untergeschoss kosten wird: Zwischen 5 und 15 % der Baukosten sollten hierfür veranschlagt werden, manche Fachleute setzen sogar je nach Größe und vorgesehener Nutzung 40.000 bis 80.000 Euro an. Da stellt sich dann fast automatisch die Frage, ob man nicht ganz auf einen Keller verzichten sollte.

Das sind die Vorteile einer Bodenplatte

Ganz oben stehen die Kosten, die mit einem Verzicht auf einen Keller eingespart werden: Ein Hausbau nur mit einer Boden- oder Fundamentplatte schont die Finanzen, der Baukredit kann geringer ausfallen und somit auch die Zinskosten. Dieses Argument wiegt noch schwerer, wenn das künftige Eigenheim auf einem schwierigen Untergrund errichtet werden soll. Bei einem sehr steinigen Boden ist der Aushub schwieriger, bei weichen Böden wie Sand- oder Torfuntergründen gibt es ebenso Probleme wie bei einem hohen Grundwasserspiegel: ohne eine weiße (aus Beton) oder schwarze Wanne (mit Bitumenabdichtung) kommt man dann nicht mehr aus. Sofern die örtlichen Bauvorschriften das Verlegen einer Drainage, die den Keller vor Feuchtigkeit schützt, verbietet, kommen Bauherren nicht mehr um eine weiße Wanne herum. Im ungünstigen Fall kann sogar ein zeitweises Absenken des Grundwasserspiegels nötig sein, um den Keller bauen zu können.

Auch eine weitere Überlegung kann bei einer Entscheidung zugunsten einer Bodenplatte eine Rolle spielen:

Wenn für das Kellergeschoss kein Geld aufgebracht werden muss, kann der hier eingesparte Betrag dazu verwendet werden, die Wohnfläche des Hauses großzügiger zu bauen. Das kann insbesondere bei barrierefreien Bungalows eine Rolle spielen. bei denen auch Jahrzehnte später auf den nachträglichen Einbau von Hilfsmitteln wie z. B. einen Treppenlift verzichtet werden soll.

Die sich immer weiter energetischen verschärfenden Anforderungen an Neubauten sind ebenfalls oft auschlaggebend für eine Bodenplatte:

Sie treiben die Baukosten immer weiter in die Höhe und machen es kontinuierlich schwerer, die Vorgaben zu erfüllen. Sofern ein KfW-Kredit in Anspruch genommen wird, ist ein Keller hier eine zusätzliche Herausforderung: Die strengen Vorgaben für die KfW-Standards 40 und 40 Plus treiben die Dämmkosten in die Höhe, da für ihr Erreichen die Werte für das gesamte Haus ausschlaggebend sind.

Nicht zuletzt haben Häuser ohne Keller den Vorteil, dass dieser bei starken Regenfällen volllaufen könnte. Eine Bodenplatte endet kurz oberhalb des Baugrundniveaus und sorgt dafür, dass das Haus trocken bleibt.

Der Teilkeller: ein guter Kompromiss zwischen Keller und Bodenplatte?

An eine teilweise Unterkellerung eines Hauses müssen besondere Anforderungen gestellt werden. Es ist keinesfalls so, dass es mit einer normalen Bodenplatte unter dem nicht-unterkellerten Gebäudeteil getan ist. Da ganz andere Lasten auf das Haus einwirken als bei einem auf einem Vollkeller oder einer Bodenplatte errichteten Gebäude, muss oft für eine sog. „Abtreppung“ gesorgt werden. Das ist aufwendig und teuer.

Es gibt allerdings Situationen, die den Bau eines Teilkellers sinnvoll machen können:

Wenn ein Gebäude auf einer sehr großen Grundfläche entstehen soll, wäre ein Vollkeller sehr teuer. Auch ein Hausbau in Hanglage kann ein Grund sein, sich für einen Teilkeller zu entscheiden: Das Untergeschoss würde dann auf dem tiefergelegenen Grundstücksteil entstehen.

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