Keller bauen als WU-Betonkeller - weiße Wanne

Mit der Bezeichnung „Weiße Wanne“ sind Stahlbetonkeller gemeint, die aus sog. WU-Beton (wasserundurchlässigem Beton) hergestellt sind. Die helle Farbe war der Namensgeber für diesen Kellertyp.

Weiße Wannen zeichnen sich durch mehrere Vorteile aus:

  • Sie sind sehr belastbar.
  • Sie sind auch ohne eine zusätzliche Abdichtung für Baugrundstücke geeignet, bei denen ein relativ hoher Grundwasserspiegel festgestellt wurde.
  • Sie sind im Vergleich zu einem gemauerten Keller zeitsparender herzustellen.
Damit ein solcher Keller dauerhaft dicht bleibt, ist bei seiner Herstellung Präzisionsarbeit nötig. Das gilt sowohl für Stahlbetonkeller, die in einer Fabrik vorgefertigt, als auch für diejenigen, die vor Ort gegossen werden. Auf der Baustelle mit Ortbeton errichtete Weiße Wannen müssen sehr genau verschalt werden. Auch das gleichzeitige Anbringen der Armierung und der Dichtungsbänder erfordert höchste Genauigkeit. Bei einem Betonkeller aus Fertigteilen müssen für das Abdichten der Fugen spezielle Dichtungsbänder verwendet werden.

Von einer Weißen zu einer Schwarzen Wanne?

Immer wieder machen Handwerksfirmen eine Weiße zu einer Schwarzen Wanne, indem sie auf die äußere Oberfläche des Betonkellers Bitumen aufbringen. Dieses Verfahren beruht auf der relativ weit verbreiteten Annahme, dass WU-Beton zwar wasserundurchlässig ist, jedoch kleinste Feuchtigkeitsmengen mittels Diffusion, Druckgefällen oder einer mutmaßlichen kapillaren Saugfähigkeit des Materials in das Kellerinnere vordringen und dort Feuchtigkeitsprobleme (Schimmel etc.) auslösen können.
Das wurde jedoch durch entsprechende Versuche widerlegt. Man stellte fest, dass auf der nach außen dem Erdreich zugewandten Seite der Weißen Wanne nur bis zu einer Tiefe von maximal 7 cm überhaupt eine kapillare Wasseraufnahme des WU-Betons feststellbar ist. Auf der luftzugewandten Innenseite trocknet die Betonmauer langsam aus. Diese Austrocknungstiefe beträgt nach dem Entweichen der Baufeuchte höchstens 8 cm. Bei WU-Betonteilen, die dicker als 20 cm sind, können sich der Kapillar- und der Diffusionsbereich nicht überschneiden, und im Kernbereich findet kein Feuchtigkeitstransport statt. Sobald die Baufeuchte vollständig ausgetreten ist, findet im dem Kellerinneren zugewandten Austrocknungsbereich keine Diffusion mehr statt. (vgl. Zement-Merkblatt Hochbau H10 – 3.2012)

In vielen Fällen, in denen Hausbesitzer über feuchte Keller aus WU-Beton klagen, sind handwerkliche Fehler bei den Bauarbeiten oder bereits bei der Betonherstellung die Ursache. Bei Wohnkellern kann auch falsches Lüften Schimmelbildung begünstigen.

Wärmedämmung der weißen Wanne

Die Wärmedämmung muss den Vorgaben der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) entsprechen. Da Betonwände im Gegensatz zu Mauerwerkswänden keine eigene wärmedämmende Wirkung haben, muss auch ein unbewohnter Keller mit einer umfassenden Wärmedämmung ausgestattet werden. Erste Wahl sind hierbei Perimeterdämmstoffe, deren Funktion bereits unter dem Menüpunkt „Der Mauerwerkskeller“ erläutert wurde.
Es kommt jedoch auch sog. Schaumglas in Betracht, das aufgrund seiner völlig geschlossenen Zellstruktur kein Wasser aufnimmt.

Fazit
Mit einer Weißen Wanne wird hinsichtlich der Feuchtigkeitsabdichtung im Vergleich zur Schwarzen Wanne ein Arbeitsgang eingespart. Dieser Kellertyp lässt sich insgesamt zeitsparender und kostengünstiger herstellen als ein Mauerwerkskeller und ist dauerhaft feuchtigkeitsabdichtend. Die Voraussetzung für diese positiven Eigenschaften ist jedoch eine hohe Präzision sowohl bei der Herstellung des Betons als auch bei der Errichtung des Betonkellers.

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